Fresken

Fresken der Kirche des Hl. Nikolaus von Fundukli

Als Hauptschatz der Kirche gelten natürlich ihre einzigartigen Fresken, die im 15. Jhr enstanden sind und größtenteils bis heute erhalten geblieben sind. Früher wurde der ganze innere Raum mit Fresken bedeckt; viele von ihnen sind leider erblaßt. Doch der Rest erlaubt es, sich die ehemalige Pracht der Kirche vorzustellen.

Fresken können in zwei Gruppen unterteilt werden: Fresken mit religiösen Motiven (Abbildungen Christi, der Gottesmutter und Heiligen) und Fresken, die Kirchenschöpfer und ihre Kinder darstellen.

Fresken mit religiösen Motiven

Werfen wir zum Beispiel unseren Blick auf den Altar, über dem sich das riesige Fresko “Gebet” befindet. An der Halbkuppel der Nische ist der Erlöser mit dem Neuen Testament in der linken Hand, der die Kirchengänger segnet, dargestellt. Er trägt einen hellen Chiton, auf der linken Schulter hängt ein blauer Mantel. Diese Farbe soll die Farbe des Himmels und der Ewigkeit darstellen. Auf der Brust trägt Christus das mit Steinen geschmückte Kreuz. Rechts von Christus, wie gewöhnlich, ist die ihrem Sohn huldigende Gottesmutter in karminroter Kleidung und mit einem geöffneten Buch in der linken Hand dargestellt. Dasgleiche Buch hält auch Johannes der Täufer mit der zum Gebet ausgestreckten Hand, der links von Christus steht.

Unter dem “Gebet” sehen wir Fresken, die Brot- und Weinübergabe an Apostel darstellen. Diese zwei Abbildungen befinden sich symmetrisch auf der linken und rechten Seite der Nische. Die Apostel, sechs von jeder Seite, treten an Christus heran und beugen sich vor dem Erlöser. Links nimmt der heilige Petrus das Brot vom Teller; rechts trinkt der heilige Paulus den Wein vom heiligen Becher. In anderen Teilen der Kirche sehen wir Abbildungen von Evangelisten und Propheten, Christi Geburt, Flucht nach Ägypten, Mariä Lichtmeß, Taufe, Himmelfahrt, Kreuzigung, Auferstehung und andere Szenen aus dem Neuen Testament.

Weltliche Fresken

Fresken, die die Familie der Kirchenbesitzer darstellen, befinden sich im vorderen Teil der westlichen Nische. Rechts vom Eingang sind die Eltern dargestellt, und links – die Kinder. In den Händen halten die Eltern, die unter dem Rosenbogen stehen, die Kirche in Miniatur, die freie Hand strecken sie zum Gebet aus. Über der Miniatur ist Christus dargestellt, mit der rechten Hand segnet er die Kirche, mit der linken – die Ehefrau des Besitzers. In den Ecken des Bildes, unter Christus, stehen Gottesmutter und Johannes der Täufer, die sich zu ihm wenden.

An den Fresken, welche die Kirchenbesitzer darstellen, kann man sich sehr gut vorstellen, wie die Leute in damaligen Zeiten ausgesehen haben. Die Kleidung der Besitzer ist von Interesse. Der Mann trägt einen Chiton, über den ein mit Pelz gefütterter dunkelroter Mantel mit vorderem Schlitz und kurzen Ärmeln gezogen ist. Der Mantel hat einen Gürtel, auf einer Seite hängt ein weißes Tuch herunter, und auf der anderen Seite sieht man eine Tasche. Ein grauhaariger Familienvater trägt eine scharlachrote Kopfbedeckung, die den heutigen Bedeckungen der Priester ähnelt. Die Frau ist in gleichfarbendem wallendem Gewand mit langen Ärmeln dargestellt. Sie hat einen Schleier.

Drei Kinder sind mit unbedeckten Köpfen und zum Gebet gekreuzten Händen dargestellt. Während die Eltern in dunklen Farben gezeichnet sind, ist die Darstellung der Kinder hell und freudig, einerseits wegen der gebündelten Sträucher und andererseits, wegen der um den Kinderköpfen gezeichneten weißen Vögel. Der leere Platz ist mit den Namen der verstorbenen Kinder gefüllt. Alle drei Kinder sind mit großer Ähnlichkeit, aber ohne Plastizität, die für weltliche Porträts jener Zeit typisch ist, dargestellt, – da wir hier mit kirchlicher Malerei zu tun haben.